Möhra
Dharmazentrum

17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje



Der 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje ist das spirituelle Oberhaupt der Karma Kagyü Schule, einer der vier Hauptrichtungen des tibetischen Buddhismus. In einem Interview, das Gyalwa Karmapa 2012 gegeben hat, beantwortet er die Frage: Your Holiness, what is a Karmapa? folgendermaßen: Karma is a Sanskrit word that means action or activity. In this case, the hidden meaning is a bodhisattva, meaning a person with a very kind heart and great wisdom, who holds and carries on the activities of the Buddhas.

Gyalwa Karmapa wurde 1983 als Tendzin Khyentse in Tibet geboren. Schon sehr früh erhielt er durch seinen Vater Mipham Rinpoche, der selbst ein verwirklichter Meditationsmeister ist, eine traditionelle buddhistische Schulung. 1994 gelang der Familie die Flucht nach Indien, wo Gyalwa Karmapa vom 14. Shamar Rinpoche, Mipham Chökyi Lodrö, dem zweithöchsten Lehrer innerhalb der Karma Kagyü-Tradition, als Wiedergeburt des 16. Gyalwa Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje, anerkannt wurde. Von Shamar Rinpoche erhielt er auch den Namen Thaye Dorje. Gyalwa Karmapa begann eine Ausbildung mit Lehrern aus allen vier großen tibetischen Schulen: Shamar Rinpoche, Khenchen Rinpoche und andere aus der Karma-Kagyü-Tradition, Chobje Tri Rinpoche und Luding Khen Rinpoche aus der Sakya-Tradition, sein Vater Mipham Rinpoche aus der Nyingma-Tradition, sowie Professor Sempa Dorje aus der Gelug-Tradition.

Gyalwa Karmapa setzt die Aktivität seiner Vorgänger weltweit fort. Er trägt die spirituelle Verantwortung für über 900 Klöster und Meditationszentren weltweit. Seit dem Jahr 2000 besucht Gyalwa Karmapa regelmäßig Europa. Im August 2007 kam er zum ersten Mal nach Möhra und segnete das Dharmazentrum Möhra.

Die Karmapas zählen zu den wichtigsten Haltern der Lehren des tibetischen Buddhismus. Der erste Karmapa, Düsum Khyenpa (1110-1193), galt als einer der bedeutendsten Lamas seiner Zeit. Vor seinem Tod deutete er seinen Schülern an, dass er erneut in Tibet Geburt annehmen werde. Der zweite Karmapa, Karma Pakshi (1204-1283), gilt somit als der erste bewusst wiedergeborene Lama Tibets. Seither hat sich jede Karmapa-Inkarnation durch ihr Verhalten eindeutig als Karmapa zu erkennen gegeben und wurde von einem realisierten Schüler des jeweils letzten Karmapa als dessen Inkarnation bestätigt. Die Karmapas gelten als große Bodhisattvas, d. h. als Wesen, die zum Wohl anderer immer wieder Geburt annehmen. In ihren Inkarnationen haben sie stets einen wichtigen Beitrag zur authentischen Erhaltung des Buddhismus in Tibet geleistet, und der 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje (1924-1981), hat darüber hinaus sehr wesentlich dazu beigetragen, dass die Lehren des tibetischen Buddhismus im Westen zugänglich wurden.