Möhra
Dharmazentrum

Programm des Dharmazentrums

Das Programm des Dharmazentrums Möhra reicht von den überlieferten Belehrungen Buddha Shakyamunis, über die Kommentare erleuchteter Meister, bis hin zu Kursen, in denen der geschickte Umgang mit Gedanken und Gefühlen im täglichen Leben direkt angesprochen und geübt wird. Alle Kursinhalte lehnen sich an die Tradition der Karma-Kagyü Schule. Das vielseitige Kursprogramm gibt damit Einblick in Grundlage, Weg und Frucht spiritueller Praxis.

Täglich werden traditionelle tibetisch-buddhistische Meditationen, sogenannte Pujas durchgeführt, an denen jeder teilnehmen kann. Wochenendseminare bieten die Möglichkeit, mit dem Ablauf und Inhalt dieser Pujas vertraut zu werden und die Anwendung zu vertiefen. Dazu ergänzend werden Workshops angeboten, in denen der Aufbau eines Schreins, Tormaherstellung und das Spielen von Instrumenten unterrichtet werden.

Die tägliche Meditationspraxis dient dazu, Offenheit nicht nur allen Situationen, sondern auch anderen Wesen und seinen eigenen Gefühlen gegenüber zu entwickeln. Somit lernen wir vollständig anzunehmen, was ist. Wir lernen, das, was wir erleben, einfach als Erfahrung zu sehen – ohne jeglichen geistigen Einwand, ohne Abwehr, ohne Rückzug. Dadurch kann eine enorme Energie frei werden, die zuvor in geistigen Ausweichbewegungen gebunden war, oder sich erschöpft hat im Weglaufen vor den Ereignissen des Lebens.

Zur Vertiefung der Meditationspraxis ist es hilfreich, die buddhistische Sicht der Wirklichkeit zu studieren. Daher bietet das Dharmazentrum Möhra Seminare in buddhistischer Philosophie an. Diese Studieneinheiten werden von tibetischen Rinpoches und Khenpos durchgeführt, die ihr Leben dem Studium und der Anwendung der buddhistischen Lehre widmen.

Ein wichtiger Bestandteil des Kursprogramms sind regelmäßige Seminare für Kinder und Jugendliche. Neben der Vermittlung von Meditations- und Achtsamkeitspraxis kann in diesen Seminaren der Umgang mit leidbringenden Emotionen und Konflikten gelernt werden. In gemeinsamen Gesprächen wird diskutiert, wie der Geist funktioniert, was man erlebt hat und warum man überhaupt meditiert. Viele Kinder und Jugendliche nehmen an diesen Seminaren schon seit vielen Jahren teil, vertiefen dadurch ihr Verständnis von Dharmapraxis und können Stabilität im Kultivieren von inneren Werten erfahren, was eine dem Leben zugewandte Haltung fördert.

In drei Altersgruppen eingeteilt werden für die Kinder im Alter bis 9 Jahre, für die Teenies im Alter von 10 bis 13, und für Jugendliche ab 14 Jahre unterschiedliche Meditationen angeboten. Während für die Kinder der Schwerpunkt auf Mantrasingen und ersten Erfahrungen im Stillen Sitzen liegt, können Teenies und Jugendliche auch traditionelle Methoden wie Verbeugungen und Tschenresi-Meditation erlernen. Immer steht dabei der Austausch, das persönliche Gespräch, die Verbindung zum eigenen Leben, im Vordergrund.

Zusätzlich zum Meditationsprogramm sorgen abenteuerpädagogische Erlebnisspiele (Bogenschießen, Baum- und Kistenklettern), Theater- und Musikworkshops, Arbeiten in der Holz- und Malwerkstatt zusammen mit einem umfangreichen Bastelprogramm für lebendiges Treiben und ausgelassene Stimmung. Besonders beliebt für solche Aktivitäten ist dabei die das Zentrum umgebende weitläufige Natur und eine Jurte, die sich ebenfalls auf dem Gelände befindet.

Zentrales Thema dieser Seminare für Kinder und Jugendliche ist somit die Vermittlung von nicht materiellen Werten wie Liebe und Mitgefühl, Gewaltlosigkeit, Großzügigkeit, Geduld, Freude und deren Bedeutsamkeit für unser Leben. Der 17. Karmapa Thaye Dorje hat ausgedrückt, dass er das Dharmazentrum Möhra in seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit seinem vollen Segen unterstützt. Im Rahmen seiner Initiative Wealth of Europe sagte Gylawa Karmapa: “It is essential that non-material values are supported, to help us cultivate balanced and beneficial human beings, who also use their material wealth for the greatest benefit of our fellow human beings.”

Vierteljährlich finden Achtsamkeits-Wochenenden statt, an denen Methoden vermittelt werden, die eine sinnvolle Lebensgestaltung unterstützen und helfen, mit sich in Kontakt zu kommen. Diese Methoden ermöglichen es, das Leben in seiner Fülle zu erfahren, die eigenen Tendenzen wahrzunehmen, sie zu bearbeiten und zu transformieren. Kontinuierliches Bewegungstraining wie KumNye- und Qi-Gong unterstützt die bewussten Körpererfahrungen und ermöglicht, die Verbindung von Körper und Geist zu erforschen und zu vertiefen.

Als wichtiger Bestandteil im Seminarprogramm hat sich das Thema: Auf den Tod zugehen – Leben lernen entwickelt. Während dieser Rückzugstage wird der Ablauf des Sterbeprozesses aus buddhistischer Sicht vermittelt. Diese Tage dienen auch als Forum, einander zu begegnen und sich auszutauschen. Sie sind gedacht für alle, die sich berührt fühlen, sei es durch den Tod von Freunden, Angehörigen oder Patienten, oder durch das Bewusstwerden der eigenen Vergänglichkeit. An diesen Seminaren nehmen immer wieder Mitarbeiter aus den Bereichen Hospiz- und Palliativmedizin teil.

Auch die regelmäßige Vortragsreihe und die Tage der offenen Tür werden gerne von Menschen aus der unmittelbaren Umgebung genutzt, um Einblick in die buddhistische Lebensweise zu bekommen. An den Tagen der offenen Tür sorgen zusätzlich viele KünstlerInnen für ausgelassene Stimmung und erfreuen uns mit ihren kulturellen Darbietungen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen KünstlerInnen bedanken.



The program of the Dharma Center Möhra extends all the way from the traditional teachings of Buddha Shakyamuni, through commentaries of enlightened masters, to courses in which the skillful handling of thoughts and feelings in daily life is directly addressed and practiced. The content of all courses follows the tradition of the Karma Kagyü school. The many-sided course program gives insight into the base, path and fruit of spiritual practice.

On a daily basis, traditional Tibetan Buddhist meditations, also called pujas, are performed in which anyone can participate. Weekend seminars offer the opportunity to become familiar with the structure and content of these pujas and to deepen their application. Supplementing this, workshops are taught on how to set up a shrine, how to produce tormas and how to play musical instruments.

The daily practice of meditation serves to develop openness not only to all situations but also toward other sentient beings and one"s own feelings. Through this practice we learn to fully accept what is. We learn to see everything we go through simply as an experience—without mental objection, without rejection, without withdrawal. By doing this an enormous amount of energy can be freed that previously was bound up in mental evasion or that exhausted itself in running away from the events of one"s life.

In order to deepen the practice of meditation it is helpful to study the Buddhist view of reality. For this purpose, the Dharma Center offers seminars in Buddhist philosophy. These study units are taught by Tibetan rinpoches and khenpos who have dedicated their lives to the study and application of the Buddhist teachings. Important components of the course program are regular seminars for children and adolescents. Aside from imparting skill in the practice of meditation and mindfulness, in these seminars young people can learn how to handle conflict and emotions that lead to suffering. In open discussion the questions are dealt with of how the mind works, what exactly one"s experiences are and why one meditates after all. Many children and adolescents have already participated in these seminars for many years, deepening their understanding of Dharma practice and experiencing stability in the cultivation of inner values, and in this way acquiring a wholesome orientation toward life.

Different kinds of meditation are offered for different age groups, i.e., for children up to the age of 9, for teenagers of the ages of 10 to 13, and for adolescents of 14 years and up. While for children the emphasis is on mantra singing and their first experiences with silent sitting, teenagers and adolescents are able to learn traditional methods such as prostrations and Chenrezig meditation. In all this the emphasis is always on personal exchange and discussion and the connection to one"s own life.

In addition to the meditation program, adventure-pedagogic experiential games (archery, climbing trees and crates), theater and music workshops, working in the wood and painting workshop, together with an extensive tinkering and handicraft program, provide for much hustle and bustle and a lively mood. Especially popular for such activities are the sprawling natural surroundings of the Center and a yurt that is located on its grounds. A central theme of these seminars for children and adolescents is the transmission of non-materialistic values such as loving kindness, compassion, non-violence, generosity, patience, joy, and their importance for our lives.

Regarding this, the 17th Karmapa Thaye Dorje commented: “It is essential that non-material values are supported, to help us cultivate balanced and beneficial human beings, who also use their material wealth for the greatest benefit of our fellow human beings.”

Every three months mindfulness weekends take place in which methods are taught that support a meaningful conduct of life and help us come into contact with ourselves. These methods enable us to experience life to the full and perceive our own tendencies and deal with and transform them.

Continuous movement training such as Kum Nye and Qigong stimulates a conscious experience of the body and makes it possible to investigate and deepen the connection between body and mind.

The theme “Approaching death—Learning to live“ has become an important part of the seminar program. During this retreat the process of dying is illuminated from the Buddhist perspective. This seminar also serves as a forum for personal encounter and mutual exchange. It is intended for all who have been touched by the loss of friends, relatives or patients or by an awareness of their own transitory nature. Workers in the areas of hospice and palliative medicine have repeatedly participated in these seminars.

The regular lecture series and the days of open house are welcomed, particularly by people from the immediate vicinity, to gain some insight into the Buddhist way of life. In addition, on the days of open house, many artists set a joyful mood and delight us with their cultural presentations. At this point, we would like to thank all artists for their participation.

The Dharma Center Möhra offers practitioners a venue for an individual retreat under the guidance of an experienced teacher. A retreat provides the opportunity to consciously withdraw from ordinary daily life for a certain length of time in order to fully concentrate on spiritual practice and deepen the meditation. In a retreat deep inner processes may be triggered through which one learns to perceive fixed habitual patterns and recurrent emotions as mere processes. This newly gained perception then opens the possibility of transformation. A retreat may be conducted in a single room in the house or in one of the retreat huts located at the forest edge. In these secluded bungalows the practitioner is able to dedicate himself or herself to their meditation practice without being disturbed.

The opportunity offered by the Dharma Center to combine meditation retreat and work is used by many guests who visit the house. In consultation with their individual retreat guide they arrange their daily schedule to allow for an alternation between meditation and work. In this way they significantly support the work that comes up daily and participate in the spiritual life of the house.

Thus, in accord with the mandala principle, in these ways many people can contribute toward bringing the sense of community of the Dharma Center to life and cultivate the practice of giving and taking with a warm and awakened heart.

“The sole objective of a Dharma Center is to spread the Dharma, so that the teachings of the Buddha may be heard by as many people as possible, and to create a place for practice in which many people can practice together. To hear the Dharma is of great value. In the mind of people who are hearing the Dharma a seed is planted that will bring them extraordinary benefit.“ Gendün Rinpoche